Neues Zuhause

für Witwen und Waisen

Bedingt durch Krieg und verschiedene Krankheiten sind in der Pfarrgemeinde Nyamasheke 850 Mütter zu Witwen und 1200 Kinder zu Waisen, teilweise zu Vollwaisen geworden. Die meisten von ihnen leben in bitterer Armut ohne irgendein Einkommen, ohne Hilfe vom Staat in armseligen menschenunwürdigen Behausungen und fristen ihr Dasein von den kargen Erträgnissen ihrer „Mini-Landwirtschaften“, die wir eher als Heimgärten bezeichnen würden.

Vielfach vegetieren Kinder alleine in baufälligen Hütten, die kaum noch Schutz vor Regen bieten, weil Vater und Mutter gestorben sind. Ältere Geschwister sorgen für die kleineren und die Folgen von Unterernährung und Verwahrlosung sind ihnen anzusehen.

Die kleinen, nur wenige m² großen Hütten bestehen meist nur aus einem einzigen Raum, der durch einen Strick, an dem ihre Kleider (meist nur Tücher) hängen, in eine Schlafecke und in einen Wohnbereich geteilt ist. In der Schlafecke liegt eine Bastmatte auf dem Lehmboden, auf dem meist 6 – 8 Personen, schlafen.

In dem kleinen Wohnbereich befindet sich auch die Küche, eine offene Feuerstelle ohne Kamin. Lediglich ein kleines Loch unterhalb des mit Bananenblättern gedeckten Daches sorgt für den Rauchabzug. Schon ein Funke kann die trockenen Bananenblätter in Brand setzen. Und die Kinder müssen sich in dem raucherfüllten Raum aufhalten und dort auch schlafen.

Bei unseren ersten Reisen waren wir alle zutiefst betroffen von so viel Armut und Leid, die uns hier begegneten und versprachen Pater Jacques, seine Idee zu unterstützen, Witwen, die zu ihren eigenen Kindern noch Waisenkinder aufnehmen, ein kleines Haus zu bauen.  Er hatte diesbezüglich auch schon Pläne ausgearbeitet. Wo es möglich ist, d.h., die Grundbesitzverhältnisse es zulassen, sollten kleine Dörfer entstehen mit zentraler Wasserversorgung, gemeinsamer Küche und WC-Anlagen.  Wo dies nicht möglich ist, sollten die neuen Häuser ebenso mit mehreren Räumen ausgestattet sein, Küche und WC sollten jedoch vom Haus getrennt errichtet werden.

Die durchschnittlichen Kosten für ein solches Familienhaus wurden mit € 1 000,– berechnet.

Bei vielen Menschen im In- und Ausland sind wir mit dieser Idee auf offene Herzen und Hände gestoßen! So konnten wir schon bald das Geld für 45 Häuser überweisen, die sofort gebaut wurden und bei unserem Besuch im Sommer 2007 schon bezogen waren.

Allerdings konnte bei einigen Häusern der Fußboden und der Außenputz nicht fertiggestellt werden, weil es zurzeit Engpässe bei Zement und anderen Baumaterialien gibt. Sogar die Ziegel müssen selbst hergestellt werden. Doch alle Häuser sind bewohnbar, Fenster und Türen sind eingebaut und im Vergleich zu den alten Lehmhütten sind dies für die dortigen Verhältnisse richtige Luxuswohnungen geworden.

Trotz all der Schwierigkeiten mit den Baumaterialien wachsen die kleinen Häuser förmlich aus dem Boden inmitten von Gärten und Bananenhainen. Insgesamt konnten die Mittel für 69 Wohnhäuser schon überwiesen werden.

Viele der Kinder haben jetzt ein neues Zuhause und dürfen in Zukunft in einer Familie leben, geborgen in der Obhut einer Mutter!

HERZLICHEN DANK AN ALLE HELFENDEN HÄNDE UND HERZEN!