Wir beginnen den Tag mit einer Heiligen Messe um 8:00, die Pater Jacques für uns gestaltet hat. Danach gibt es ein ausgiebiges Frühstück um gestärkt für die Reise nach Yove zu sein. Auf der Karte erscheint die die Entfernung harmlos, doch schon bald rollen die zwei Geländewagen durch dichten Wald und eine Strasse, die von tiefen Schlaglöchern nur so übersät ist. In der Regenzeit sind diese abgelegenen Orte deshalb kaum erreichbar. Doch heute ist ein wunderschöner Tag und schon bald kreischen die Kinder am Straßenrand „Umuzungo, Umuzungo“ – die Weißen.
Endlich in Yove angekommen werden wir herzlich von Pater Robert und seinen Schülern begrüßt. Im Anschluss an eine kleine Erfrischung besuchen wir das neue Atelier, wo junge Mädchen und Burschen über 4-5 Monate in der Kunst der Schneiderei ausgebildet werden. Im Anschluss der Ausbildung sollen auch diese Mädchen eine Nähmaschine mit nach Hause nehmen können, um ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen zu könne. Traude Schröttner, ihre Enkeltocher Ursula und ihr Mann Bernhard spenden insgesamt zusammen 2000 Euro für Nähmaschinen. Es gibt eine Aufgabe für die Mädchen. Sie sollen am Ende der Ausbildung jeder 20 Schuluniformen für die Armen schneidern. Diese Idee entstand, weil viele der Kinder die Schule nicht besuchen können, weil ihre Eltern kein Geld für die vorgeschriebene Schuluniform haben. Im Anschluss an den Besuch im Atelier geht es weiter zum Kindergarten. Die kleine Buben und Mädchen singen schon zur Begrüßung ein Lied für Uns. Das Gebäude konnte in diesem Sommer endlich fertig gestellt werden mit Hilfe von Margits herzlicher und finanzieller Unterstützung. Als wir den ersten Klassenraum betreten, stürmen die Kleinen herein und schon bald wird ein weiterer Freudengesang angestimmt.
Auf dem Rückweg zum großen Platz, kommen wir auch an der zerstörten Schule vorbei, die dem Erdbeben im Frühjahr zum Opfer gefallen ist. Zum Glück konnte die Grundschulklasse durch den Bau des Kindergartens temporär auf den zweiten Schulraum ausweichen.
Auf dem großen Platz warten die Dorfbewohner und viele Besucher aus der der ganzen Region, davon viele, viele Kinder, auf uns, um mit uns zu feiern. Die Feier wird ein mitreißendes Erlebnis für uns. Liebevolle Dankesreden wechseln sich an mit Tanzeinlagen und viele Kinder setzen sich zu uns. Am Ende kommen dann noch die Krieger. Müde und durstig gehen wir mit unseren Gastgebern und vielen, vielen Kindern an der Hand zurück zur Pfarre wo wir noch einmal gastlich bewirtet werden, bevor wir die abenteuerliche Heimreise durch die Berge antreten …