1. Tag in Kigali

6 07 2008

KEIN RUHETAG! Frühstück, Heilige Messe und dann machen wir uns auf zu einem besonderen Ort in Kigali, ein Ort mit einer sehr traurigen Geschichte. Es regnet in Strömen  - ungewöhnlich für den Sommer in Kigali. Ein Polizeiwagen begleitet uns – es ist der Bruder von Pater Ubald. Die Gedenkstätte die wir besuchen wollen ist von einer Mauer eingezäunt – zur Sicherheit. Sicherheitskräfte öffnen das große Tor. Wir werden auf Kyniorwanda, der Landessprache begrüßt, Pater Ubald übersetzt. Später erzählt der junge Mann in Französisch und Thomas übersetzt weiter. Wir betreten ein eindrucksvolles Museum, das mit vielen Fotos, Videos mit Interviews von Augenzeugen und Überresten von einem der traurigsten Geschehnisse in der Welt, dem Genozid in Rwanda berichtet. Innerhalb von 3 Monaten wurden im Jahr 1994 zwischen 800.000 und 1 Millionen Menschen brutal umgebracht. In Französisch spricht man von den „vie perdu“ – verlorene Leben. Man sieht bei vielen der Besucher Tränen in den Augen – Fassungslosigkeit ist ihnen ins Gesicht geschrieben.

Als wir hinaus kommen – scheint die Sonne – und wir spüren die Hoffnung und wissen, dass die Menschen nicht aufgeben werden.

Es ist leider schon ein wenig spät, denn die Sonne geht in Rwanda bereits um 18:00 Uhr unter, doch trotzdem fahren wir noch zur Gemeinschaft Emannuel (Fidesco), das ein wichtiger Bestandteil des Stadtlebens in Kigali geworden ist, weil dort viele Straßenkinder aufgenommen werden, um ihnen einen Weg in einen normalen Alltag zu ermöglichen und Liebe und Geborgenheit zu schenken.

Es leben bereits fix knapp 180 Straßenkinder in diesem Zentrum und tagsüber tummeln sich auf den Wiesen und in dem schützenden Heim fast 300 Kinder, da das Zentrum auch den Kindern von den ärmsten Familien Tor und Türen öffnet. Wir schütteln viele, viele kleine Kinderhände und sehen leuchtende Augen, als wir die ersten Rosenkränze austeilen.





Ankunft in Kigali

5 07 2008

Ankunft in Kigali 19:30 – durstig stehen wir am Förderband. Wo sind die Koffer? Pater Ubald heißt uns herzlich und liebevoll Willkommen in der Menge. Auch Pater Jacque ist extra aus Nyamasheke gekommen, um uns zu begrüßen – 7 Stunden anstrengender Autofahrt – nur für uns. Endlich kommen die Koffer und einer nach dem anderen. Wir fahren mit zwei Autos zum „Centre Christus“ – wo wir bis Montag früh bleiben werden.