4. Tag Nyamasheke / Witwen und Waisen

9 07 2008

Früh aufstehen – heilige Messe heute mit den Dorfbewohnern von Nyamasheke. Ein wunderschönes Erlebnis, denn am Ende des Gottesdienstes rief uns Pater Jacques zu sich vor dem Altar und stellte uns jeden einzeln mit Namen der Gemeinde vor. Er erklärte den Menschen warum wir hier sind, was wir vor haben und sie dankten uns nicht nur mit einem herzlichen Applaus sondern wir mussten beim verlassen viele, viele Hände schütteln.

Nach dem ausgiebigen Frühstück liefen wir hinüber zur Kirche von Nyamasheke um das erste Video über die Auswirkungen des schweren Erdbebens im Februar zu dokumentieren. Zum Glück gab es in dieser Pfarrgemeinde keine Toten und nur wenige Verletzte. Doch die Erinnerung an das traurige Ereignis und die schwer beschädigte Kirche wurde schon bald durch die große Freude über den eingetroffenen Hilfscontainer abgelöst. Die Kinder und ebenso die Männer und Frauen sangen zu unserer Begrüßung. Viele Kleider für die Armen, wichtige Medikamente für die Hospitäler, Fußbälle zum Spielen und eine wunderschöne Madonna für die Einweihung der Kirche zur „Königin der Liebe“ wurden begleitet von Tanz und Gesang in das große Lager zur weiteren Verteilung durch die Pfarre getragen.

Im Anschluss besuchten wir die Nähwerkstatt und die Tischlerwerkstatt, um den jungen Menschen die Kunde über neue Spenden von Nähmaschinen und Tischlerwerkzeuge zu überbringen. Die Freue war riesengroß und am Schluss tanzten nicht nur die jungen Menschen von Nyamasheke sondern auch wir in ihrer Mitte.

Nach dem Mittag ging die Reise weiter zu den einigen neuen Häusern der Witwen und Waisen. Wieder erlebten wir eine wilde Fahrt mit den Geländewagen des Pfarrers und des Bischofs durch die wunderschöne Hügellandschaft der Umgebung. Es wurden bereits mit Hilfe der vielen Spenden der letzten Jahre 147 Häuser für Witwen und Waisen erbaut – 42 sind bereits fertig gestellt und bewohnt, die restlichen Häuser sind im Bau, teilweise bereits bewohnt und werden im Laufe dieses und spätestens des nächsten Jahres vollständig fertig gestellt.

Doch so schön und stabil die neuen Häuser auch sind, uns begegnet tiefe Armut und viele, viele kranke Kinder, die sehr auf weitere Hilfe aus dem Ausland angewiesen sind.