6. Tag Abschied Nyamasheke

11 07 2008

Einige von uns helfen die Hilfsgüter aus dem Container im Zwischenlager so zu schlichten, so dass alles leicht und schnell an die gewünschten Pfarren verteilt werden kann. Pater Francois und Pater Jacques bekommen in der Zwischenzeit eine Einschulung in Digitalfotografie und am Computer. Mit der geschenkten alten Kamera werden im Garten einige Bilder geschossen. Danach dürfen beide die Bilder von der Kamera auf den Computer übertragen und dort anschauen und sortieren.

Für die zukünftigen Projekte ein wichtiger Teil der Dokumentation und man sieht beiden Patern den Spaß an der Sache im Gesicht geschrieben. Dann werden wir um 15:00 zur Verabschiedung durch die Pfarrgemeinde eingeladen. Wieder begrüßen uns die Trommler, die Tänzerinnen und viele Kinder vor dem Pfarrzentrum.

Herzliche Worte, viele Lächeln im Gesicht, Erfrischungen zwischendurch und dann werden wir auch noch liebevoll beschenkt. Der Abschied fällt schwer doch zum Glück kommt Pater Jacques noch mit uns nach Cyangugu zum Bischof. Die meisten von uns haben noch niemals einem Bischof die Hand geschüttelt. Gemeinsam essen wir zu Abend und der Bischof selbst schenkt den Wein für seine Gäste ein. Es ist schon spät, als wir uns noch zu einer kleinen Projektbesprechung treffen bevor wir alle müde ins Bett fallen.





5. Tag Ruhetag Naturtag

10 07 2008

Donnerstag ist Ruhetag! Wir müssen auch heute ein wenig früher aufstehen, aber diesmal, um den Tag ganz für uns zu haben. Es geht in den Urwald Nyngwe. Mit zwei Führern begeben wir uns auf den Weg. Zuerst geht es durch tiefgrüne Teefelder und die vielen Hügel schmiegen sich an den Horizont. Als wir am Schild zum Wasserfall vorbei gehen, spürt man langsam das feuchte Klima des Urwalds. Leider sehen wir heute keine Affen – es ist Sommer und die Affen sind wegen des wenigen Futters nicht mehr Rudelweise unterwegs. Doch einige von dürfen ein anderes, nicht ganz ungefährliches Tier bestaunen: die grüne Mamba. Der Führer erklärt uns, dass ein Biss der grünen Mamba zwar sehr giftig ist, doch man kann sich Zeit lassen bis zum Abend, um ins Krankenhaus zu fahren, ohne das Gefahr besteht. Der Biss der schwarzen Mamba hingegen führt in 15 Min. zum Tod. Zum Glück muss keiner diese Bekanntschaft machen. Als wir den Wasserfall erreichen, gibt es eine kleine Pause zum Ausruhen und natürlich zum Fotografieren. Danach geht es wieder durch den Dschungel zurück zu den Teefeldern, wo uns die Autos schon entgegen gekommen sind.

Am Nachmittag ist einmal relaxen angesagt. Wir schlendern gemütlich zum Kybosee hinunter. Das Wasser ist herrlich. Auf dem Rückweg zur Pfarre schlendern wir in verschiedenen kleinen Gruppen durch den Ort – ein Blick auf die Schule, wunderschöne Gärten, Palmenallee und irgendwann unsere Trommler am Eingang des Pfarrzentrums. Langsam senkt sich die Sonne am Horizont – rot glühend verschwindet sie bis morgen.





4. Tag Nyamasheke / Witwen und Waisen

9 07 2008

Früh aufstehen – heilige Messe heute mit den Dorfbewohnern von Nyamasheke. Ein wunderschönes Erlebnis, denn am Ende des Gottesdienstes rief uns Pater Jacques zu sich vor dem Altar und stellte uns jeden einzeln mit Namen der Gemeinde vor. Er erklärte den Menschen warum wir hier sind, was wir vor haben und sie dankten uns nicht nur mit einem herzlichen Applaus sondern wir mussten beim verlassen viele, viele Hände schütteln.

Nach dem ausgiebigen Frühstück liefen wir hinüber zur Kirche von Nyamasheke um das erste Video über die Auswirkungen des schweren Erdbebens im Februar zu dokumentieren. Zum Glück gab es in dieser Pfarrgemeinde keine Toten und nur wenige Verletzte. Doch die Erinnerung an das traurige Ereignis und die schwer beschädigte Kirche wurde schon bald durch die große Freude über den eingetroffenen Hilfscontainer abgelöst. Die Kinder und ebenso die Männer und Frauen sangen zu unserer Begrüßung. Viele Kleider für die Armen, wichtige Medikamente für die Hospitäler, Fußbälle zum Spielen und eine wunderschöne Madonna für die Einweihung der Kirche zur „Königin der Liebe“ wurden begleitet von Tanz und Gesang in das große Lager zur weiteren Verteilung durch die Pfarre getragen.

Im Anschluss besuchten wir die Nähwerkstatt und die Tischlerwerkstatt, um den jungen Menschen die Kunde über neue Spenden von Nähmaschinen und Tischlerwerkzeuge zu überbringen. Die Freue war riesengroß und am Schluss tanzten nicht nur die jungen Menschen von Nyamasheke sondern auch wir in ihrer Mitte.

Nach dem Mittag ging die Reise weiter zu den einigen neuen Häusern der Witwen und Waisen. Wieder erlebten wir eine wilde Fahrt mit den Geländewagen des Pfarrers und des Bischofs durch die wunderschöne Hügellandschaft der Umgebung. Es wurden bereits mit Hilfe der vielen Spenden der letzten Jahre 147 Häuser für Witwen und Waisen erbaut – 42 sind bereits fertig gestellt und bewohnt, die restlichen Häuser sind im Bau, teilweise bereits bewohnt und werden im Laufe dieses und spätestens des nächsten Jahres vollständig fertig gestellt.

Doch so schön und stabil die neuen Häuser auch sind, uns begegnet tiefe Armut und viele, viele kranke Kinder, die sehr auf weitere Hilfe aus dem Ausland angewiesen sind.





3. Tag in Nyamasheke

8 07 2008

Wir beginnen den Tag mit einer Heiligen Messe um 8:00, die Pater Jacques für uns gestaltet hat. Danach gibt es ein ausgiebiges Frühstück um gestärkt für die Reise nach Yove zu sein. Auf der Karte erscheint die die Entfernung harmlos, doch schon bald rollen die zwei Geländewagen durch dichten Wald und eine Strasse, die von tiefen Schlaglöchern nur so übersät ist. In der Regenzeit sind diese abgelegenen Orte deshalb kaum erreichbar. Doch heute ist ein wunderschöner Tag und schon bald kreischen die Kinder am Straßenrand „Umuzungo, Umuzungo“ – die Weißen.

Endlich in Yove angekommen werden wir herzlich von Pater Robert und seinen Schülern begrüßt. Im Anschluss an eine kleine Erfrischung besuchen wir das neue Atelier, wo junge Mädchen und Burschen über 4-5 Monate in der Kunst der Schneiderei ausgebildet werden. Im Anschluss der Ausbildung sollen auch diese Mädchen eine Nähmaschine mit nach Hause nehmen können, um ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen zu könne.  Traude Schröttner, ihre Enkeltocher Ursula und ihr Mann Bernhard spenden insgesamt zusammen 2000 Euro für Nähmaschinen. Es gibt eine Aufgabe für die Mädchen. Sie sollen am Ende der Ausbildung jeder 20 Schuluniformen für die Armen schneidern. Diese Idee entstand, weil viele der Kinder die Schule nicht besuchen können, weil ihre Eltern kein Geld für die vorgeschriebene Schuluniform haben. Im Anschluss an den Besuch im Atelier geht es weiter zum Kindergarten. Die kleine Buben und Mädchen singen schon zur Begrüßung ein Lied für Uns. Das Gebäude konnte in diesem Sommer endlich fertig gestellt werden mit Hilfe von Margits herzlicher und finanzieller Unterstützung. Als wir den ersten Klassenraum betreten, stürmen die Kleinen herein und schon bald wird ein weiterer Freudengesang angestimmt.

Auf dem Rückweg zum großen Platz, kommen wir auch an der zerstörten Schule vorbei, die dem Erdbeben im Frühjahr zum Opfer gefallen ist. Zum Glück konnte die Grundschulklasse durch den Bau des Kindergartens temporär auf den zweiten Schulraum ausweichen.

Auf dem großen Platz warten die Dorfbewohner und viele Besucher aus der der ganzen Region, davon viele, viele Kinder, auf uns, um mit uns zu feiern.  Die Feier wird ein mitreißendes Erlebnis für uns. Liebevolle Dankesreden wechseln sich an mit Tanzeinlagen und viele Kinder setzen sich zu uns. Am Ende kommen dann noch die Krieger. Müde und durstig gehen wir mit unseren Gastgebern und vielen, vielen Kindern an der Hand zurück zur Pfarre wo wir noch einmal gastlich bewirtet werden, bevor wir die abenteuerliche Heimreise durch die Berge antreten …





2. Tag / Fahrt nach Nyamasheke

7 07 2008

Früh am Morgen startet unsere Reise von Kigali nach Nyamasheke. Doch das Einkaufen für Unterwegs, der Stopp beim Tourismusbüro für die Organisation der Besuche des Nationalparks und das Tauschen von Geld verzögern die Abfahrt. Doch um ca. 10:30 verlassen wir endlich die Stadt und tauchen ein in die Eindrücke entlang der Strassen. Kinder winken, Landschaften huschen an uns vorbei. Die Reise zieht sich über 300 km.

Die Strassen haben viele Schlaglöcher und überall laufen Menschen zu Fuß an den Straßenrändern entlang. Zu Mittag suchen wir uns ein ruhiges Plätzchen zum Jausen. Doch schon bald tauchen Kinder auf, die uns neugierig beobachten und darauf warten, eine der kleine ‚Trinkflaschen aus Plastik zu bekommen – Aquacupa, Aquacupa! Pater Ubald fährt uns selbst – das zweite Auto gehört dem Bischof, der uns für unseren Aufenthalt seinen großen Geländewagen mit Chauffeur zur Verfügung stellt. Nach der kleinen Mittagspause geht es weiter durch das Land und dann das erste Mal durch den Urwald. Die Strassen schlängeln sich mit noch tieferen Schlaglöchern durch die wilde Natur. Als wir endlich – leider schon im Dunkeln – in Nyamasheke ankommen, werden wir von wilden Trommelwirbeln, Tänzern und einer Freude, die kaum beschreibbar ist begrüßt.

Auch der Bischof kommt extra aus Cyangugu um uns herzlich Willkommen zu heißen und dann mit uns gemeinsam Abend zu Essen, bevor er sich wieder auf den Weg nach Hause macht.